Sieben Wochen – Was wäre wenn.

Inspiriert von einem netten Gedankenaustausch mit dem Herrn @euphoriefetzen stellt sich mir heute Abend die Frage, was wäre, wenn ich sieben Wochen frei hätte? Warum gerade sieben Wochen? Es könnte auch vier oder vierzehn sein. Fest steht, es gibt so viele kunterbunte, flauschige, anstrengende, schöne, warme, kalte, dunkle, helle, falsche und richtige Sachen, die ich gerne erleben möchte.

Hätte ich sieben Wochen, ich würde gerne mal nach Finnland reisen und eine Nacht ohne Dunkelheit erleben. Ich möchte endlich kraulen lernen. Ich möchte eine Himbeertorte backen, am besten mehrstöckig (gibts das überhaupt?). Ich möchte meinen Opa besuchen, der im Moment Schwierigkeiten hat, sich daran zu erinnern, wann ich ihn zuletzt besucht habe – und der mit einem zitternden Lachen in der Stimme reagiert, wenn ich ihm verspreche, dass ich es zu seinem Geburtstag bestimmt schaffen werde. Ich möchte mit dem Fahrrad nach Hamburg fahren. In Hamburg möchte ich auf dem Longboard den Deich entlang düsen. Ich möchte mir  für mindestens zwei Stunden eine Pandamütze ausleihen. Ich möchte nach Berlin fahren und einen Cocktailabend nachholen. Ich möchte drei Tage am Stück tanzen. Ich möchte mich in eine fremde Jacke einkuscheln und der Sonne beim Aufgehen zusehen. Ich möchte endlich meinen Wohnzimmer-Fußboden wischen. Und meinen Badezimmerspiegel. Ich möchte einen riesigen Wildblumenstrauß auf meinen großen Tisch stellen. Ich will nach Istanbul fliegen und durch die versteckten Gassen schlendern und Farben riechen und Menschen beim Leben zusehen. Ich möchte auf einem Baum sitzen und stundenlang Wörter, Wortketten, Sätze und Geschichten in mein Notizbuch schreiben. Ich möchte mein Fahrrad mit warmen, seifigen Wasser putzen. Ich möchte Karamellbonbons selber machen. Ich will Briefe schreiben. Ich will bunte Sachen an graue Häuserwände und in dunkle Ecken kleben. Ich will Seifenblasen pusten. Ich will „Hundert Jahre Einsamkeit“ von Márquez lesen. Ich will einmal ein Eichhörnchenohr anfassen. Diesen Zuckerberg-Film habe ich auch noch nicht gesehen. Ich will jeden Morgen den Sonnengruß machen. Mir fehlen meine Schwestern. Traue ich mich meine Haare kurz zu schneiden? Ich möchte eine Grachtenfahrt in Amsterdam machen. Ich will in ein Geschäft in dem es nur Cupcakes gibt. Ich möchte aus meinen alten Klamotten neue Sachen zusammennähen. Ich will endlich, dass meine Nähmaschine funktioniert. Ich will mindestens zehn verschiedene Orchideen sehen. Ich will mit meinen besten Freunden an einem Küchentisch sitzen und die ganze Nacht durchquatschen. Ich möchte endlich lernen, wie man ein Rad schlägt. Eines Tages will ich eine Raubkatze anfassen. Wie ist mehrere Tage in einem Kloster zu sein und nicht zu sprechen. Schaffe ich es, eine komplette Ausgabe der ZEIT durchzulesen. Wann war ich zum letzten Mal auf dem Friedhof? Gibt es wirklich noch Leute die Briefmarken sammeln? Ich will Zeit haben, unter der Dusche laut, lange und vor allem schief jedemenge Lieder mitzusingen. Ich möchte aufwachen und in einem viel zu großen Shirt und kuscheligen Wollsocken durch meine Wohnung spazieren und gucken, was sich in den ganzen Kästen und Schubladen versteckt hält. Ich möchte ein riesiges Bild von einem Galloway-Rind in meinem Wohnzimmer aufhängen, dass ich mit neonpinken Kreisen verziere. Ich will Mango-Chutney machen. Ich will selber Fotos entwickeln. Ich will auf dem Flohmarkt entlangspazieren und mich durch staubige Schätze wühlen. Ich möchte meine Freunde in Neuseeland besuchen. Ich will mir Handstulpen stricken. Ich will endlich mit meinem Fahrrad rückwärts fahren können. Ich möchte im Schneidersitz auf dem Fußboden dieses kleinen Restaurants sitzen und buntes Sushi essen. Ich will, dass die endlich meinen Weisheitszahn ziehen. Kann man ein Sofa selber bauen? Mir fehlen die Wellen und der Wind und der warme Sand unter meinen Füßen. Schaffe ich es eine kleine Avocado-Pflanze großzuziehen? Selbstgemachte Tomatensauce schmeckt viel besser. Ich möchte endlich die Playlist auf meinem iPhone aktualisieren. Ich möchte auf einem Konzert sein und in der Menge umherspringen. Sekt mit Rhabarber schmeckt lecker. Ist es unter Wasser wirklich so anders? Ich will mich nach der Sauna in den Schnee legen. In Indonesien gibt es wunderschöne Märkte und die allerbesten Kokosnüsse. Ich möchte nochmal Achterbahn fahren. Mein Vater fehlt mir. Wie ist es im November auf Juist? Wie lange können wir lachen? Kann man Kontinente überskypen? Gefrorene Himbeeren kann man wunderbar lutschen. Sonnenmilch riecht gut. Eine ganze Wand voll Fotos und Bilderrahmen. Ein Mobile aus pastellfarbenem Papier und goldener Folie. Die Nase in Lavendelsträuchern vergraben. Eiskristalle sehen. Nachts Blumen in fremde Straßenbeete pflanzen. So laut schreien, bis ich heiser bin. Endlich richtig französisch sprechen. Vergessen. Wimpern wegpusten. Eine Glückszigarette rauchen. Rotwein trinken, bis man einen Rotweinschnurrbart hat. Durchgekitzelt werden. Mich in meinem Kleiderschrank verstecken. Mit bunter Kreide auf der Straße malen. Einen Fliegenpilz unter dem Mikroskop angucken. Wie ist es in Stockholm? Warum war ich noch nie in England? Hat Freiburg sich verändert? Fotos in Postergröße entwickeln lassen. Mario Kart Rainbow Road spielen. Und Tekken. Ist es wirklich so schwer, selber Crème brûlée zu machen? Den neuen Teil von „Bill und Teds verrückte Reise durch die Zeit“ sehen. Stundenlang mit dem Zug durch die Landschaft fahren. Ein Lagerfeuer mit Feuersteinen anzünden.

Was wäre wenn ich sieben Wochen Zeit hätte? Ich möchte aufwachen und weiterträumen.

Eine leckere Auszeit in „Gretchens Villa“

In letzter Zeit verbringe ich immer mehr Wochenenden in der schönen Hansestadt Hamburg. Meine beste Freundin lebt dort, und so machen wir in regelmäßigen Abständen entweder Bremen oder Hamburg unsicher. Letztes Wochenende verbrachten wir ne tolle Nachtsause auf dem Reeperbahnfestival, wo wir übrigens auch ein überraschend tolles Live-Konzert der Sängerin „Rox“ im Dock’s erleben konnten. Nun werden in Hamburg also die Nächte durchtanzt, was im Umkehrschluss bedeutet, das wir uns an den Morgenden bzw. Nachmittagen mit Leckereien stärken müssen.

In Jacken eingekuschelt, die Kapuzen ins Gesicht gezogen, schlendern wir gemütlich durchs Karoviertel. Jetzt muss was Essbares her, ich erinnere mich daran, dass Sven Wiesner in regelmäßgen Abständen über seine scheinbar schmackhaften Aufenthalte im „Mangold“ twittert – also nichts wie nachgefragt und spontan den Hinweis abgeholt, dass es im Mangold zwar toll ist, „Aber Gretchens Villa Marktstraße ist fantastisch!“. Also nachgeforscht und eine sympathische Facebook-Präsenz aufgetan: www.facebook.com/gretchensvilla (Bevor ihr weiterlest, könnt ihr am Besten gleich schon mal Fan werden 🙂 Wir dann nix wie angerufen und mit Ach und Krach und einem Quentchen Glück noch zwei der begehrten Plätze für ein flauschiges Frühstück ergattern können.

Durch den Regen spaziert kommen wir nass und hungrig vor einer niedlichen Tür mitten im Karoviertel (Marktstraße 142, Hamburg) an. Regenschirm zugespannt, da wird auch schon die Tür geöffnet und eine junge, schöne Frau öffnet uns mit einem strahlenden Lächen die Tür: „Herzlich Willkommen, bist du Eva?“ fragt sie meine Freundin. Zu Beginn des Telefongespräches hatte sie sich mit „Hallo, hier ist Deva, habt ihr noch zwei Plätze für uns…“ gemeldet – aber das deshalb gleich ein niedlicher Tisch aus geflochtenem Metal auf (fast) ihren Namen reserviert wird, hatten wir nicht gedacht. Die Atmosphäre ist familiär und in Küche und hinter der Theke wuseln zwischen vier und fünf schönen Frauen. Jede von Ihnen hat eine besondere Ausstrahlung, die meisten sind hochgewachsen und scheinen wie Gazellen von a nach b zu schweben.

Im Laden sind vielleicht 8 Tische und bei gutem Wetter sind draußen auch noch einige gemütliche Sitzplätze. Die Atmosphäre ist angenehm und entspannt und die ganze Einrichtung ist liebevoll zusammengestellt und man sieht, dass sich jemand richtig viel Mühe gegeben hat und eine Menge Herzblut in diesen kleinen Laden gesteckt hat. „Gretchens Villa“ wurde Anfang September eröffnet (Das Fotoalbum zur Eröffnung könnt ihr euch auf der Facebook-Fanpage anschauen.

Wir entscheiden uns für das Luxus-Frühstück oder wie Sven es nennt, „Die Schlemmerplatte“ – wir teilen uns das Frühstück und sind begeistert, frische Vollkornbrötchen, ein knuspriges Croissant, leckere Käsesorten, Feigensenf, hausgemachtes Pesto, Tomate-Mozzarella, leckere Marmelade mit einem Hauch von Zimt vom „Marmeladenmädchen“ – wir können uns gar nicht satt schmecken. Dazu gibt es frischen Tee aus richtigen Ingwerstücken, mit Zitronenscheiben und einem kleinen Glasschälchen mit Honig (genau das richtige nach einer durchtanzten Nacht übrigens 🙂 Man wird in „Gretchens Villa“ nicht nur mit Köstlichkeiten versorgt, sondern fühlt sich fast wie in einem großen Wohnzimmer mit lauter Freunden.

Mehrfach finden wir uns in kleinen Gesprächsepisoden wieder, entweder mit der „ins-Leben-Ruferin“ von Gretchens Villa Stefanie Herbst oder mit einer der anderen sympathischen „erwachsenen Mädchen“. Glücklich und satt verlassen wir nach gut drei Stunden das Café mit dem Versprechen wiederzukommen. Wir haben uns so wohl gefühlt, dass weder wir, noch irgendjemand im Laden daran denkt, dass wir eventuell auch noch bezahlen sollten. Wir winken noch einmal und stapfen zurück durch den Regen. Ein paar Minuten später fällt es uns auf, und wir flitzen schnell zurück, man hat noch keine Fahndungsplakate aufgehängt, im Gegenteil, keiner hat bemerkt, dass wir vor lauter Gemütlichkeit ganz vergessen haben zu bezahlen – das haben wir dann natürlich direkt nachgeholt 🙂 Wenn man mal nach frisch gebackenem Kuchen oder einer leckeren Soja-Latte noch etwas Geld im Portemonnaie übrig hat, kann man ruhig mal einen kleinen Blick in die Vitrine auf dem Tresen werfen, dort sind einige handgemachte und ausgefallene Schmuckstücke zu bewundern. Wer von Schmuck allein nicht satt wird, kann natürlich auch noch vor Ort seine Marmeladen- oder Senfvorräte oder viele andere Kostbarkeiten aufstocken. Eins steht fest, wir kommen in jedem Fall wieder!

Und hier nochmal alles auf einen Blick:

„Gretchens Villa“

Markstraße 142
20357 Hamburg

Tel. 040 / 769 72 434

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 10 bis 19 Uhr
Samstag + Sonntag 11 bis 19 Uhr
Montag geschlossen

Die Homepage ist noch im Aufbau, aber Kontaktdaten kann man in jedem Fall schon finden: www.gretchens-villa.de


impressionen berlin

Die Tickets für die Re:publica 2010 sind gebucht, Zeit (ein bisschen wehmütig) die Bilder aus dem letzten Jahr durchzugucken. Gemeinsam mit der @stadtmusikantin habe ich mich im vergangenen April vier Tage rund um die Re:publica durch die Hauptstadt geschlagen. Wir haben viel gesehen, sind noch viel mehr gelaufen und haben vor allem die Zeit genossen. Re:publica 2010 wir kommen!!
berlin rockt alter

berlin rockt alter

nordsonne identity

nordsonne identity

plakat stromkasten

plakat stromkasten

yeaahh, new shoes

yeaahh, new shoes

re:publica 2009

re:publica 2009

yellow streetart berlin

yellow streetart berlin

licht licht licht

licht licht licht

streetart

streetart

ballerinas de la nini

ballerinas de la nini

stadtwüste

stadtwüste

postbox

postbox

apartment

apartment

green bridge

green bridge

Selamat Datang – Bali ich komme

Ich kann es ja noch gar nicht richtig glauben, jetzt sitz ich tatsächlich schon im Zug Richtung Hannover, dann gehts weiter nach Frankfurt. von da aus mit China airlines nach Taipeh und dann nach Bali!!! Alles hat sich total kurzfristig ergeben, aber family und Firma sei Dank, haben alle mitgezogen… Ich weiß nicht, wie und ob ich Internetzugang haben werde, aber ich probiere euch auf dem Laufenden zu halten 😉 Ach ja, und dann kommt ja auch noch Kathrin aus NZ zurück – fast hätte sich unser Aufenthalt in Frankfurt noch überschnitten – in diesem Sinne, welcome back home Kathrin und Feier ordentlich mit Nina und Flo!

streetart und impressionen paris

zum abschluss des diesjährigen sommerurlaubs haben wir noch zwei tage in der französischen hauptstadt verbracht. gewohnt haben wir im oops-hostel – 30 euro die nacht und sehr zentral, außerdem eins der 10 design hostels europas. hier nun ein paar impressionen der französischen streetart:
shadow

shadow

schablone grün

schablone grün

käfer grün

käfer grün

hitchcock clown

hitchcock clown

les arts + papierschiff

les arts + papierschiff

cross cultural streetart

cross cultural streetart

les arts - woman in red

les arts - woman in red

giraffe

giraffe

schablone - woman

schablone - woman

waschsalon

waschsalon

les arts - frau mit kind

les arts - frau mit kind

boxen

boxen

les arts - colour shock

les arts - colour shock

black & blue

black & blue

naked clown

naked clown

nike von samothrake im louvre

nike von samothrake im louvre