Gedanken tanzen lassen

Wozu macht man eigentlich Sachen? Die Antwort liegt quasi auf der Hand – im Prinzip macht man Sachen um Sachen zu machen. Wie unglaublich schwer es mir fällt still zu stehen, still zu sitzen und meinen Gedanken beim Vorbeirauschen zuzusehen. Kontemplative Hingabe. Kontemplativ – das ist auch eins dieser Wörter, die ich im Laufe meines Lebens bestimmt schon 27 mal im Duden nachgeschlagen habe und 4 1/2 mal googelte. „Kontemplation (von lat. contemplare: „anschauen, betrachten“) bedeutet allgemein Beschaulichkeit oder auch beschauliche Betrachtung.“ (Quelle: Wikipedia) – im übrigen darf ich hier wohl als Quelle Wikipedia verwenden, es ist ja schließlich mein Blog.

Vor, zurück, rauf, runter, hinterher, wieder zurück, hab ich alles bedacht? An alles gedacht? Manchmal leide ich unter der Spannung, nichts zu tun – vermeintliche Entspannung verursacht bei mir dann Anspannung. Dabei finde ich Faultiere doch toll. Und Nichtstun noch toller. Aber in meinem Kopf kreiselt es, als würde ich auf einem Ameisenhaufen Kopfstand üben. Ich bin nonstop im Rauschzustand und dabei meine ich keine Drogen – sondern ein anderes, echtes Rauschen in meinem Kopf. Es kribbelt und denkt und seufzt und singt und tanzt und grübelt und liebt und schmerzt und dreht sich und singt und malt Muster – und mustert mal mehr und mal weniger.

Gedanken tanzen

Ich strukturiere meine Gedanken. Ich verwerfe meine Gedanken. Dann fahren wir ein bisschen Achterbahn. Und dann Wildwasserbahn. Und dann Heißluftballon. Und dann überlisten mich meine Gedanken mit einem Trojanischen Pferd. Aus Teakholz (Fair gehandelt natürlich). Aber mir nichts dir nichts, drehen wir uns wieder im Kreis.

Und nachts da träume ich. Ich träume in Farbe. Und es gibt kaum eine Nacht in der ich nicht träume. Aufwachen. Snoozen. Weiterträumen. Verarbeiten. Weiterträumen. Hat der Tag schon begonnen, oder träume ich noch? Oder träumt ihr und ich bin wach?

Ich trinke meinen Wein übrigens aus IKEA-Kindergläsern auf denen kleine gelbe und blaue Elefanten entlang spazieren. Sie lachen sich an. Ob es in ihren Köpfen wohl auch rauscht?

Mir war nicht immer klar, wie wichtig es für mich ist, mein Gegenüber während eines Gespräches genau betrachten zu können. Ich antworte, reagiere und in mir drinnen wird analysiert, abgewogen – manchmal habe ich das Gefühl zusätzlich die Gedanken meines Gegenübers mitzudenken. Als wär in einem Kopf alleine nicht genug los. Und dieser eine Kopf ist dann zufällig auch noch mein Kopf.

Aber ganz manchmal, da gibt es diese Momente, in denen ich die Zeit vergesse und an nichts denke und mich am liebsten für die Ewigkeit an diesen einen Moment festklammern möchte. Aber daran ist in diesem einen Moment dann gar nicht zu denken. Zumindest so lange, bis das Rauschen wieder einsetzt und dann ist es meistens zu spät, den Moment zu konservieren.

Denn die schönsten Momente lassen sich einfach nicht festhalten. So ist das eben mit diesen wunderschönen Momenten, da sollte man die Gedanken einfach tanzen lassen.

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2 Gedanken zu “Gedanken tanzen lassen

  1. Sandra schreibt:

    Alles andere als langweilig. Was würde ich nicht alles hergeben für diese Begabung solch schöne Texte schreiben zu können… eine Menge sag‘ ich dir, meine Liebe.

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