Nach Bali bitte in die Hände spucken

Die Zeit drängt. Das Klima ändert sich. Und zwar immer schneller.

Nach der jüngsten Veröffentlichung des Weltklimarates (IPCC) kann und darf daran nicht mehr gezweifelt werden. Sogar auf das Siegertreppchen der Wörter des Jahres hat es die „Klimakatastrophe“ geschafft. 

Der Klimawandel ist eine der größten Bedrohungen dieses Jahrhunderts.

Aktuelle Ergebnisse der Klimaforschung zeigen, dass die Treibhausgas-Emissionen drastisch gesenkt und die Energie effizienter genutzt werden muss, um zu verhindern, dass der Klimawandel unumkehrbar wird.

Vom 3. bis zum 14. Dezember 2007 fand auf der indonesischen Insel Bali die Weltklimakonferenz statt. Geladen sind Vertreter von 192 Staaten um im besten Fall ein gemeinsames „Post-Kyoto-Protokoll“zu verabschieden. Das Ergebnis dieser Konferenz wird bestimmen, wie es mit dem globalen Klimaschutz weitergeht

Sogar „Klima-Sünder“ USA, vertreten durch den amerikanischen Chefunterhändler Harlan Watson, ist bereit sich am Nachfolgeabkommen zu beteiligen. Nachdem sie noch vor rund zehn Jahren, als einzige Industrienation, eine Beteiligung am Kyoto-Protokoll ablehnten. Die Schwellenländer, allen voran China wenden sich gegen die Festlegung von konkreten Zielen, aus Angst das Wirtschaftswachstum im eigenen Land zu bremsen.

Der ehemalige Weltbank-Chefökonom Sir Nicholas Stern warnt: wird der Klimawandel nicht wirksam bekämpft, könnten die Folgekosten schon bald mit bis zu 20 % des Weltbruttosozialproduktes betragen. Hingegen sei nur ein Prozent erforderlich um den drohenden Hitzekollaps der Erde zu bekämpfen. Wenn nicht die Umwelt “itself“ Anreiz genug ist, den Klimawandel zu bekämpfen, dann sollte doch zumindest dieser ökonomische Aspekt die erhitzten Gemüter überzeugen. 

  Auf dem Kopf stehen

Die Diskussion um den Klimawandel entwickelt sich zum wahren „Pop-Phänomen“. Wer „it“ sein will, der mischt kräftig mit. Am 7. Juli diesen Jahres flackerte mit „Live Earth“ weltweit die größte Musik- und Benefizveranstaltung der Welt über die Bildschirme. Al Gore bekommt für seine Klimaschutz-Bemühungen den Friedensnobelpreis und Popsängerin Nena komponiert den Song „Mach die Augen auf“, der sich mit den Problemen des Klimawandels auseinandersetzt. Von „Der Zeit“ als „Miss World Merkel“ betitelt macht sich auch unsere Kanzlerin stark für die Rettung der Erde.

Es geht also nicht mehr darum, den Einzelnen wachzurütteln, denn das Problembewusstsein ist bereits geschärft – jetzt geht es darum, in die Hände zu spucken und zu handeln. Die Zeichen stehen nicht schlecht für eine wirkliche Veränderung. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Sind wir zu bequem für eine Klima-Revolution? Nach Meinung von Experten ist mit konkreten Beschlüssen auf Bali nicht zu rechnen. Im „globalen Fass Klimaschutz“ tummeln sich zu viele Themen und Interessen in zu vielen unterschiedlichen Gesprächsrunden, um einen gemeinsamen Nenner anzupeilen.

Und an Balis Stränden trommeln weiterhin Umweltschützer für den guten Zweck, während wir für fünf Minuten die Luft anhalten äh pardon – das Licht ausschalten. 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s